Genealogien von patrilinearen Oblasser Linien ausgehend von den Höfen auf dem Oblassberg in St. Johann im Walde in Osttirol.

Auf dieser Seite zeige ich meine bisherigen Forschungsergebnisse zu verschiedenen Stammbäumen der Oblasser. Im Prinzip habe ich jede Person, die mir in Kirchenmatriken, Totenbildern, Urbaren, diversen Rechercheseiten und im Internet untergekommen ist, erfasst und in das "System" eingeordnet. Das Resultat sind bisher um die 2500 Individuen. Das Ganze endet aus Datenschutzgründen relativ abrupt um etwa 1920.
Der Name Oblasser geht höchstwahrscheinlich auf den slavischen Flurnamen Oblass zurück, der mit "ob lazb", entlang der Rodung, oder evtl "ob plazb", entlang des Lawinenstrichs aus dem urslawischen übersetzt werden kann. (* Peter ANREITER - Typologie von Kalser Hof- bzw. Familiennamen). Er ist auf dem Oblaßberg in St. Johann im Walde in Osttirol verortbar. (46.92653373431428, 12.609498542138278)
Die Matreier Kirchenbücher, Matrei in Osttirol war die Gemeinde zu der St.Johann im Walde und der Oblassberg anfangs gehörten, wurden schon während des Konzils von Trient (1545 - 1663) angelegt, somit wurde dort eine Suche bis ins Jahr 1558 zurück möglich. In Matrei wird z.B. am 4. Juli 1558 Valentin auf Ratzell geboren, am 12 Juni stirbt ein Kind von Johannes am Feld unterm Clauswald und die ersten, die 1558 als Hochzeiter eingetragen werden, sind der Witwer Jacob am Wolfsegg und Katharina Tochter von Anton ebendort.
Diverse "Urbare", also Verzeichnisse zu Zins- Pacht und Stuerpflicht, helfen das Gesamtbild zu vervollständigen. Erleichternd kommt noch hinzu, dass der Name Oblasser, bzw. die Hofbezeichnung auf Oblas, it Oblas, zu Oblaß in den mehr oder weniger gut leserlichen Kirchenbuchseiten relativ leicht aufzufinden ist.
In St. Johann im Walde werden Nidrist (Hnr. 17), Obryst (der Öberste Bauernhof, heute Hnr. 19) und Oblaß (heute Hnr. 18) schon 1567 voneinander unterschieden. Um 1750 trennt man Oblaß namentlich in Inneroblaß - interiori, Hausnummer 16! und Ausseroblaß - exteriori.
* Wahrscheinlich und laut Georg Berger, dem Unterbrunnerbauern in Huben gab noch einen anderen Hof an der Stelle rechts vom heutigen Stausee. Haus Nr 16 wird bei (1805 Catharina v Lorenz Oblasser Inner Oblaß u Notburga Hnr 16 ) erstmals im Zusammenhang erwähnt. Auf einem Luftbild aus den 70er Jahren und dem Franziseischen Kataster ist neben dem See ein weiteres Gebäude zu sehen, das mittlerweile abgetragen wurde. Evtl. ist dies "Inner Oblas". Nach dem Konkurs von Laurenz Oblasser (1821 Konkursverhandlung des Lorenz Oblasser) übernimmt dann die Linie Ambros - Philip den Hof. (1850+ Josef Oblasser Bauer Witwer) stirbt auf Hnr. 16.
Sehr interessant ist in dem Zusammenhang auch (1850+ Johann Mattersberger Bauer am Obersten Gut Hnr 18, 19 u 20) Sohn des Nicolai Mattersberger auf Nidrist. Er ist Bauer auf 3 Hausnummern! Nach dessen Tod übernimmt die Linie Philip dann die Häuser 18 und 19 bzw. den Berg gänzlich.
Im Franziseischen Kataster (1816) sind Oblas, Öberst und Niedrist als 3 Höfe zu sehen, in der Franziseischen Landesaufnahme von 1816–1821 steht Inner- und Ausser Ablas und in der Tiris Flurnamenerhebung gibt es zum Kalserbach hin einen Flurnamen "Inner Oblass".
( arcanum.com ) Datumsangaben die mit ca. versehen sind, sind entweder aus den Altersangaben der Todesmatrike rückgerechnet, die sehr vage sind und auch in den Todesmatriken mit "circiter" bezeichtet sind, oder mit 20 Jahren für den Zeitraum von Geburt zur Hochzeit angenommen.
Stand: März 2024
Screenshot der tiris map vom Oblasserberg Foto vom Oblasser Stausee nach Osten Richtung Oblaß und dahinter Leibnig
1525 ca Martin auf Oblas
  • Ein Martin auf Oblas kommt in einem Text über Bergbau von Mutschlechner(*) vor.
    Seite 117: "Am 20. August 1549 schrieb die Kammer an den Lienzer Bergrichter, sie hätte erfahren, daß Matheys Knapp und zwei Bauern namens Griessacher und Martin auf Oblas, in der Herrschaft Lienz seßhaft, das Goldbergwerk in Virgen kennen und daß besonders der Martin auf Oblas viel davongetragen und einem »Walchen« (Fremden) verkauft habe."
    Er könnte der Martin im Urbar des Christoph von Wolkenstein Lienz (1583) sein und ebenso wie Lip auf Oblas eine Halbe Hube haben, er könnte der Vater von 1562 hz Oswald Ambrosi und Magdalena Martini ibidem sein, ebenso der Vater des 1529 ca. Sigismund.
    Seine Frau könnte Barbara geheissen haben, wenn es der Martin, Vater des ins Zillertal ausgewanderten Christian Oblasser aus dem Oberforcher Archiv ist (10.11.1580). In der Hochzeitsmatrike von Magdalena Martini ibidem ist sie als fil leg rel gekennzeichnet, somit dürfte er vor 1562 gestorben sein.
    Im Pustertaler Steuerkataster 1545: "Marthan auf Oblaß hat eine halbe Hube und zinst der Herrschaft Lienz. Zehent erhält der Pfarrer zu Windisch Matrei: 3 Vlg. Roggen und je 1 Vlg. Hafer, Gerste und Weizen – und das Spital in Lienz: je 1 1/2 Vlg. Weizen und Gerste, 6 Vlg. Roggen und 3 Vlg. Hafer. Von einem Lehen, das er noch besitzt zahlt er 9 Pfennig an Herrn Karl Freiherr von Welsberg. (aus Osttiroler Heimatblätter Nummer 8/1994) Er könnte der Vater von Sigismund auf Oblas sein.
  • 1549 Erwähnung Martin auf Oblas bei Dr. Georg Mutschlechner VeroeffFerd_69_0107-0136  
  • 1561+ ca Martin auf Oblass  
  • 1562 hz Oswald Ambrosi auf Oblas fil rel u Magdalena Martini fil rel ibi (Matrei) 
  • 1580-11-10 evtl. OR im Zillertal Christian v. Martin Oblasser u. Barbara beide selig 
  • Osttiroler Heimatblätter 1994-62-8 


Mit heutigem Stand sind das etwa 2 Geburten, 1 Tote, und 1 Hochzeiten


Vornamen von Geburts- und Todesmatriken gelistet nach Häufigkeit:

Martin (2),


Jahreszahlen nach Häufigkeit:

1549 (1), 1561 (1), 1580 (1),


@ alle Rechte bei den jeweiligen Inhabern.
Danke an Werner Kopp, Christa Steiner, Christine Schwemberger, Lois Gomig, Thomas Blohberger, Paul Oblasser, Helmut Oblasser, Georg Berger, Gertraud Brugger, Elisabeth Mattersberger und meiner geduldigen Frau. Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich die Daten wohl in ein echtes Buch übertragen müssen, bis dahin: Ergänzungen, Verbesserungen, Fragen, Anregungen, Transkriptionen und Korrekturen bitte an wolfgang@oblasser.at.
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